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DIE WEIHNACHTSGANS AUGUSTE

Badische Neueste Nachrichten, Isabel Steppeler, 12.11.2013

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Christina Dom spielt ganz köstlich exaltiert diese schrille Oma im neuen Weihnachtsmärchen am Badischen Staatstheater, das gleich zu Beginn Tempo macht und damit auch die Richtung vorgibt: zart-zaubriger Märchenschimmer ist Schnee von gestern, diesmal fiebert eine hyperaktive, aber herzliche Familie im Sauseschritt Weihnachten entgegen, und da gilt es grundsätzlicheren Dingen als Sternenstaub, Tannenzweigen oder einer schönen Moral mit Lerneffekt. Es geht um den Geruch von Rotkraut und Äpfeln, der nichts wert ist ohne: eine gebratene Gans. Um diese freilich wenig besinnliche Ausgangssituation hat Friedrich Wolff ein Kinderbuch geschrieben, aus dem Regisseurin Catja Baumann in einem entzückenden Klapphäuschen (Bühne: Gwendolyn Bahr) ein quirliges Treiben mit vielen frechen Momenten über die Bühne im Kleinen Haus flitzen lässt.

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Alexander Jaschik spielt den warmherzigen Peterle, der darauf besteht, dass Auguste in seinem Zimmer schläft. „Du hast selber gesagt“, erinnert er seine Mutter, „Onkel Otto hat auch mit der Ziege geschlafen!“ Eine schlüpfrige Anspielung muss schon erlaubt sein, und ein Schimpfwort auch. Auguste als Festtagsbraten? „Himmel, Arsch und Zwirn“, rastet selbst die sonst so brave Hausfrau Hanna (lieblich: Kirsten Hildisch) aus. Doch bis auch ihr Gatte Luitpold seine Tierliebe entdeckt, muss er einen köstlichen Alptraum durchleiden, in dem der Profi-Tenor als „Lohengrin“ die dickhintrige Auguste (sehr drollig gespielt von Olga Nasfeter) als „Mein lieber Schwan“ besingt.

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