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RIGOLETTO

Oper von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Versdrama Le Roi s’amuse von Victor Hugo
Mit deutschen und türkischen Übertiteln / Almanca ve Türkçe üst yazı ile
Dauer: 2h 30
WIEDERAUFNAHME
03.11.2013 GROSSES HAUS

RIGOLETTO

Foto: Jochen Klenk

Rigoletto spielt in einer Welt, in der sogar die Liebe eine Maske trägt. Jeder spielt dem anderen permanent eine Rolle vor. Der Herzog gibt vor seinem Hofstaat den Schürzenjäger, aber vor Gilda produziert er sich als tugendhafter Student. Rigoletto ist in der Öffentlichkeit ein zynischer Narr, der spottend zum Ehebruch antreibt, und spielt privat den überfürsorglichen Vater, der seine Tochter von der Außenwelt abgeschirmt gefangen hält. Ihrem Vater gegenüber präsentiert sich Gilda als unreifes, engelsgleich reines und asexuelles Wesen, das ganz für die väterliche Liebe lebt – aber außerhalb seiner Sichtweite mausert sie sich rasch zum pubertierenden Mädchen, das sehnsuchtsvoll von der ersten Liebe träumt. Die vom Vater erzwungene Jungfräulichkeit Gildas wirkt auf den Herzog wie ein Magnet, weil er letztlich – genau wie Rigoletto – vom Ideal der jungfräulichen Schönheit besessen ist. Dazwischen wird Gilda zerrissen, deren Beziehung zum Vater durch das gegenseitige Rollenspiel so deformiert ist, dass sie weder ihm noch dem betrügerischen Geliebten offen begegnen kann.

Welchen Ausweg kann es für Gilda geben, wenn als Frauenbilder nur die Heilige oder die Hure zur Verfügung stehen? Ihr heldenhaftes Selbstopfer für den untreuen Geliebten, der überdies nie etwas davon erfahren wird, mag ins Bild einer Märtyrerin aus Liebe passen, doch ist es zugleich ein Selbstmord als einziger Weg, der permanenten Fremdbestimmung zu entkommen.

Jim Lucassen gehört zu den gefragten jungen Regisseuren. Seine 2009 in Heidelberg erarbeitete Inszenierung von Verdis 1851 uraufgeführter Oper entstand aufgrund eines Sonderpreises beim Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung „Ring Award“ 2008. Er inszenierte u. a. in Amsterdam, Rotterdam, Salzburg und Nancy. Zukünftige Projekte führen ihn nach Frankfurt, Montpellier, St. Gallen und abermals Nancy.

MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Willig REGIE Jim Lucassen BÜHNE & KOSTÜME Jeroen van Eck, Anja Koch-Kenk & Matthias Wulst CHOR Ulrich Wagner DRAMATURGIE Ton Boorsma & Tina Hartmann

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