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Schüler feiern Büchner

 - Foto: Felix Grünschloß

Zu Georg Büchners 200. Geburtstag kamen heute 251 Schülerinnen und Schüler ins KLEINE HAUS, um sich Büchners Erstling, das politische Drama Dantons Tod anzusehen, das seit eineinhalb Jahren auch Abiturstoff ist. In Dantons Tod reflektiert der junge Revolutionär Büchner, der schon zu Schulzeiten mit "Bonjour, Citoyen! - "Guten Tag, Bürger!" grüßte und so seine revolutionäre Gesinnung preisgab, das Denken und Handeln der französischen Revolutionäre, die sich 1794 in politischen Machtkämpfen selbst zerstören und die Ziele der Revolution verraten haben. Beim Nachgespräch mit Frank Wiegard (Danton), Joanna Kitzl (Lucile) und Timo Tank (Robespierre) sowie Dramaturgin Kerstin Grübmeyer und Theaterpädagogin Anne Britting lobten die Schüler u. a., dass sie durch die Verkörperung und durch die schlanke Strichfassung das Stück besser verstanden und unterhaltsamer gefunden hätten als durch die reine Lektüre. Sie stellten Fragen nach den Kostümen, die Büchners Revolutionshelden auf subtile Weise ins heute holen, oder nach der Bedeutung der Rollen für die Schauspieler privat, außerdem nach der Entscheidung der Regisseurin Simone Blattner, fast alle Frauenrollen bis auf Lucile zu streichen und so eine "Männerwelt" zu erzählen, in der die einzige Frau und ihre Liebe zu Camille unter die Räder der politischen Ereignisse gerät. Auch die melancholischen Volkslieder, gesungen vom gesamten Ensemble, waren Thema der Diskussion, die den SchülerInnen einen emotionalen Einstieg in die Welt der Französischen Revolution ermöglichten. Viel Applaus gab es sowohl nach der Aufführung als auch am Ende des Nachgesprächs, für das Ensemble und für Georg Büchner. Wer Dantons Tod noch sehen will, hat vielfach Gelegenheit, so am 18.10., 2., 5., 6.11., 4., 10., 17.12. und weiteren Terminen im nächsten Jahr!

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