NEWS

Haber und Immerwahr

 - Foto:

Die Reihe DAS NEUE STÜCK präsentierte gestern im OUTER SPACE im Rahmen der 22. EUROPÄISCHE KULTURTAGE und als Abschluss des Symposiums Immer noch: KRIEG! Vom Giftgas zur Drohne des ZAK das Stück Farben des Schweizer Autors Mathieu Bertholet. Das vielschichtige, detailliert recherchierte und zugleich packende Stück, das in Schlaglichtern Momente aus Claras Leben hervorblitzen, aber auch das Grauen des Krieges und die zerstörerische Wirkung des Gases spürbar werden lässt, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.
Es erzählt das Leben von Clara Immerwahr, der ersten Frau, die im Fach Chemie promovierte, und ihrer Ehe mit Fritz Haber, dem Erfinder des Giftgases. Beide lebten bis 1912 in Karlsruhe, bevor Haber nach Berlin berufen wurde und dort bald seine Forschungen in den Dienst des Krieges stellte. Die HfG-Studentinnen Mona Altmann, Anna Knöller und Iris Weigel hatten den OUTER SPACE in ein Schlachtfeld, eine Naturlandschaft oder auch ein Grab für Clara verwandelt, die sich umbrachte, nachdem das von ihrem Mann entwickelte Giftgas im Ersten Weltkrieg zum ersten Mal eingesetzt worden war.
Mathias Hannus hatte für seine szenische Einrichtung eine Soundkulisse erstellt, die Fliegerstaffeln ebenso wie das Atmen unter einer Gasmaske oder Naturgeräusche beinhaltete.
Im Anschluss an die Lesung mit Sophia Löffler, Antonia Mohr, Daniel Friedl, Ronald Funke, Matthias Lamp und André Wagner diskutierte Dramaturgin Kerstin Grübmeyer mit dem Autor, der Leiterin des ZAK, Prof. Caroline Robertson-von Trotha und dem Chemiker und Haber-Forscher Prof. Dr. Wolfram Thiemann über das Stück und die Ethik in den Wissenschaften.
Das nächste NEUE STÜCK gibt es am 24.6. im STUDIO! Fremdkörper von Aiat Fayez

Navigation einblenden