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STAATSTHEATER stellt Spielplan 2014/15 vor: Politisches Theater – Gesellschaftlich engagiert

Axel Schlicksupp (Orchesterdirektor), Justin Brown (Generalmusikdirektor), Ulrike Stöck (Leiterin JUNGES STAATSTHEATER), Peter Spuhler (Generalintendant), Monika Pichler (Künstlerische Betriebsdirektorin), Jan Linders (Schauspieldirektor), Kt. Birgit Keil (Ballettdirektorin) - Foto: Falk von Traubenberg

„Erst, wenn sich das Theater für die Gesellschaft interessiert, wird sich die Gesellschaft für das Theater interessieren“, begrüßte Generalintendant Peter Spuhler auf der Pressekonferenz am 10.4. die anwesenden Journalisten. Zusammen mit seinen Spartenleitern und Generalmusikdirektor Justin Brown stellte er den Spielplan für die Saison 2014/15 vor.
Die Öffnung des STAATSTHEATERS nach Außen, die unlängst die Nominierung beim International Opera Award in der Kategorie Accessibility eingebracht hat, eine starke überregionale Resonanz und andauernd hohe Besucherzahlen, zeigen das Vertrauen und die Neugier des Publikums gleichermaßen.
Unter dem Motto „Von Träumen und Leidenschaften“ bringt die Saison 2014/15 einen Spielplan, der außergewöhnlich viel Zeitgenössisches – Erst- und Uraufführungen – und eine überdurchschnittliche Zahl an eher unbekannten Werken verzeichnet. „Das Theater von Morgen denken, dabei herausfordernd, bisweilen radikal und immer gesellschaftlich relevant sein, hole das Theater von Heute aus seinem Elfenbeinturm“, so Spuhler weiter. Dazu gehöre auch, immer wieder neue Gesichter zu zeigen und neue Handschriften vorzustellen.
Zum ersten Mal in Karlsruhe werden u. a. in der Spielzeit 2014/15 arbeiten: Ingo Kerkhof, Anna Bergmann, Keith Warner, Nico and the Navigators, Jacopo Spirei, Malte C. Lachmann, Marlene Anna Schäfer, Jan-Philipp Gloger, Katrin Plötner, Florian Hertweck und Lee Beagley als Regisseure sowie Tilo Steffens, Ben Baur und Nikolaus Webern als Bühnenbildner.
Des 150. Geburtstages von Richard Strauss wird nicht nur mit einer Wiederaufnahme des Rosenkavaliers gedacht, sondern auch mit Musik eines seiner unterdrückten Zeitgenossen. Im Oktober 2014 ist es siebzig Jahre her, dass Hans Krása, der Komponist von Verlobung im Traum, im Konzentrationslager ermordet wurde. Obwohl seine Oper zweifelsfrei zu der Reihe „Meisterwerke des 20. Jahrhunderts“ zählt, gab es bisher noch keine deutsche Produktion. Ebenfalls eine Wiederentdeckung ist Jacques Offenbachs Fantasio. Der hauptsächlich wegen seiner bissigen politischen Operetten bekannte Komponist schenkt uns einen Beitrag zur Reihe „Politische Oper“. Die szenische Uraufführung der Neuausgabe dieses Werkes ist in Karlsruhe zu erleben. Zuletzt wurde es 1927 von einem deutschen Theater produziert.
Als neuer Operndirektor wird Michael Fichtenholz vom Moskauer Bolschoi ans STAATSTHEATER verpflichtet, der auch die Künstlerische Leitung der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE übernehmen wird. Ihm zur Seite steht Carsten Jenß als neuer Leitender Dramaturg der OPER; Jenß wechselt aus der Position des stellvertretenden Operndirektors vom Staatstheater Mainz nach Karlsruhe. Gemeinsam mit Dr. Achim Sieben – bisher persönlicher Referent von Peter Spuhler und ab der Spielzeit 2014/15 stellvertretender Operndirektor – und mit Musikdramaturg Raphael Rösler wird künftig ein starkes und kompetentes Team die Geschicke der Sparte lenken.
Das STAATSBALLETT bringt gleich zwei Besonderheiten auf den Spielplan. Zum einen die Uraufführung eines abendfüllenden Handlungsballetts nach Franz Kafkas Roman Der Prozess in der Choreografie von Davide Bombana und der Ausstattung der renommierten Künstlerin rosalie. Zum anderen John Crankos komödiantisches Meisterwerk Der Widerspenstigen Zähmung, eine der bekanntesten Ballettkomödien des Repertoires und ein Meilenstein im Schaffen dieser herausragenden Choreografenpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Dies konnte nur durch die langjährige Verbindung der Ballettdirektorin Birgit Keil zur Person und zum Schaffen John Crankos ermöglicht werden und ist eine Auszeichnung für das STAATSBALLETT.
Das SCHAUSPIEL weckt mit 13 zeitgenössischen Werken wichtiger Autoren der Gegenwart die Lust an der Entdeckung des Neuen. Nach dem Roman von Hermann Hesse wird in einem völlig umgestalteten KLEINEN HAUS Das Glasperlenspiel in Serie gezeigt. Mit Schatten (Eurydike sagt) erlebt ein Werk der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek seine Deutsche Erstaufführung. Das Team von Rechtsmaterial fühlt auf der Spur von Edward Snowden dem Alptraum der totalen Überwachung in der Uraufführung Ich bereue nichts nach. Die Uraufführung von Jörn Klares Du sollst den Wald nicht vor dem Hasen loben setzt die Beschäftigung des SCHAUSPIELS mit dem Thema „Die Kunst des Alterns“ fort. Heideggers Hefte nach dessen Überlegungen II–XV ist eine weitere Uraufführung in der Reihe „Philosophisches Theater.“
Seit Beginn der Spielzeit hat das JUNGE STAATSTHEATER einen Zuwachs von 62 Schulen und Kindergärten, die bisher das Haus noch nicht besucht hatten. Mitverantwortlich für diese positive Entwicklung ist sicherlich das breite Angebot: vom Theater für die Allerkleinsten, das in der Spielzeit 2014/15 seine Fortsetzung findet bis hin zur Jugendoper ab 14 Jahren. Ulrike Stöck, Leiterin des JUNGEN STAATSTHEATERS, wird nach Border mit der Deutschen Erstaufführung von Knight Crew ihre zweite Inszenierung in diesem Genre auf die Bühne des KLEINEN HAUSES bringen.
Alle Produktionen und die neuen Ensemblemitglieder finden Sie hier.

Das neue Opernteam stellt sich in einer eigenen Pressekonferenz am 17.4. um 14.30 Uhr vor.
Der umfangreiche Konzertspielplan der BADISCHEN STAATSKAPELLE wird auf einer Pressekonferenz am 21.5. um 14 Uhr bekannt gegeben.

Der Vorverkauf für die Monate September und Oktober startet am 7.7 – Vorverkauf für Spielzeit 14/15 startet am 15.9.

 

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