NEWS

Abschied einer Bühnenlegende – Trauer um Staatsschauspieler KURT MÜLLER-GRAF

 - Foto:

Das STAATSTHEATER KARLSRUHE verbeugt sich vor einem großen Künstler in großer Bewunderung und Dankbarkeit. Nur einen Tag nach seinem 100. Geburtstag am 9. August, den er noch öffentlich feiern konnte, ist das älteste Ehrenmitglied des Hauses gestorben. Das STAATSTHEATER KARLSRUHE, auf dessen Bühne er zuletzt im Januar 2009 in der Inszenierung Die phantastischen Erzählungen des Freiherrn von Münchhausen gestanden hatte, trauert um einen von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewunderten und verehrten Kollegen.

Der geborene Karlsruher wurde bereits 1935 als Schauspielanfänger für ein Jahr an das STAATSTHEATER KARLSRUHE verpflichtet. Es folgten Engagements in Nürnberg, Kassel und München, sowie eine längere Tätigkeit beim Film, parallel dazu Gastrollen in München, Stuttgart, Salzburg und Baden-Baden. 1949 bis 1953 gehörte er erneut dem Schauspielensemble des STAATSTHEATERS KARLSRUHE an, wo er 1952 aufgrund seiner außergewöhnlichen Erfolge, die weit über Karlsruhe hinaus Beachtung gefunden hatten, zum Staatsschauspieler ernannt wurde. Dem zweiten Karlsruher Engagement folgten Stationen in Basel, Köln, Zürich, Mannheim und am Wiener Burgtheater, dazwischen gastierte er immer wieder an vielen anderen Bühnen und wirkte auch im Rundfunk mit. Ein besonderes Anliegen waren ihm die Volksschauspiele Ötigheim, wo er über Jahrzehnte hinweg immer wieder als Schauspieler und später auch als Regisseur wichtige Aufführungen prägte. Auch auf anderen traditionsreichen Freilichtbühnen wie Jagsthausen, Schwäbisch Hall und Wunsiedel war er regelmäßig zu sehen. Von 1963 bis 1978 war Kurt Müller-Graf zum dritten Mal STAATSTHEATER KARLSRUHE engagiert.

Mit seinem Eintritt in den Ruhestand 1978 wurde Kurt Müller-Graf zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Nach seinem Ausscheiden aus dem STAATSTHEATER KARLSRUHE gründete er die Ettlinger Schlossfestspiele, die von ihm maßgeblich aufgebaut wurden und die er von 1979 bis 1991 als Intendant leitete. Für diese große künstlerische und auch wirtschaftliche Erfolgsgeschichte wurde er mit der Verdienstmedaille in Gold der Großen Kreisstadt Ettlingen geehrt und zum Ehrenintendanten ernannt. 1982 wurde ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz 1. Klasse) für seine herausragende künstlerische Leistung verliehen. Im Jahr 2000 feierte er sein 65-jähriges Bühnenjubiläum. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde ihm die Staufer-Medaille des Landes Baden-Württemberg für sein Lebenswerk überreicht.

Aus Anlass seines 100. Geburtstages war eine Ehrung im Rahmen des Theaterfestes am 14.9. geplant, um Kurt Müller-Graf im Kreise aller Kolleginnen und Kollegen auf „seiner“ Bühne im STAATSTHEATER zu feiern. Weiter auf dem Programm des Theaterfestes steht eine Vorführung des Dokumentarfilmes Abgesang. Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben. Der Ensembleschauspieler Robert Besta hat in seinem viel gelobten Film Kurt Müller-Graf zusammen mit fünf weiteren Kollegen im Ruhestand oder kurz davor portraitiert. Die Filmpremiere in Anwesenheit der fünf Künstler am 16.7.12 im STUDIO ist nun Kurt Müller-Grafs letzter Auftritt im STAATSTHEATER geworden.

Navigation einblenden