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„Wenn du anders bist als die anderen“ - Uraufführung im JUNGEN STAATSTHEATER

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„Die beste Premiere, die ich je im JUNGEN STAATSTHEATER gesehen habe!“, so eine Zuschauerin der gestrigen Premiere, mit der die Spielzeit im JUNGEN STAATSTHEATER eröffnet wurde. Das Publikum applaudierte am Ende minutenlang mit Händen und Füßen für Roma Romeo und Sinti Carmen.

Das Stück erzählt die Geschichte der beiden Jugendlichen Carmen und Josef, die ein Referat über Sinti und Roma halten sollen. „Ist das ‘ne Balkanband, oder sowas?“ will Josef am Anfang noch wissen, wird aber bald eines besseren belehrt. Die beiden Jugendlichen, die sich bei ihrer ersten Begegnung voller Leidenschaft hassen, brechen, dank der impulsiven Entscheidungsfreude Carmens, schließlich selbst als „Zigeuner“ verkleidet, zu einer Reise ins Unbekannte auf. Mit Hingabe und dem nötigen Gefühl für die Nöte des Erwachsenwerdens nähern sich die beiden Darsteller Veronika Bachfischer und Sebastian Reich ihren Figuren, denen im Verlauf der Handlung das Thema ihres Referats immer mehr zur Herzensangelegenheit wird, weil es sich Stück für Stück mit ihrer eigenen Suche nach Identität vermischt. „Wenn du anders bist als die anderen, dann beginnst du dich viel früher, damit auseinander zu setzen, wer du eigentlich bist.“

Autor Holger Schober, der seit 1997 für Bühne, Film und Fernsehen schreibt, dessen Werke in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet wurden, und der dem Karlsruher Publikum spätestens seit seiner Inszenierung von Der kleine Muck bekannt ist, hat Roma Romeo und Sinti Carmen eigens für das JUNGE STAATSTHEATER geschrieben und war natürlich zu Gast bei der ersten Aufführung des Stückes in der INSEL. Die zusätzlichen Recherchen des Produktionsteams verleihen dem „Roadmovie für die Bühne“ persönliche Tiefe. Und so ist diese Uraufführung schön, lustig, traurig, ironisch, frech,… – für alle ab 12 Jahren.

Regisseur Timo Krstin hat mit dieser Inszenierung eines der brennendsten, aber konsequent ignorierten politischen Themen in Europa für ein junges Publikum erfahrbar gemacht. Den Raum dazu liefert Maude Vuilleumier, deren Bühne sich durch große Wandelbarkeit und Multifunktionalität auszeichnet und auf der eine Holzkiste Bildschirm, Gaskammer oder eben das Wohnmobil sein kann, in dem Carmen und Josef unterwegs sind – „so ein klappriges, wie man das halt so kennt, aus den Filmen“. Bekannt ist er dem Karlsruher Publikum seit Juni 2013. Sein Stück Die Versenkung des ATOM-U-Boots Kursk wurde beim PREMIÈRE Festival präsentiert.

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