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„Wir leben so, als seien wir unsterblich“

Etel Adnan - Foto: Felix Grünschloß

Die Badischen Neuesten Nachrichten waren dabei, als Etel Adnan die Uraufführung ihres Stücks Irgendwann in der Nacht, den Prolog der ETC-Kooperation The Art of Ageing am Donnerstag im STUDIO angesehen hat und heute ist ein Artikel von Andreas Jüttner über diesen Besuch erschienen.

Hier ein kurzer Auszug aus dem Artikel:

[…] Das Stück handelt von der Wiederbegegnung zweier gealterter Liebender, für die unversehens doch noch eine gemeinsame Zukunft möglich scheint – wenn sie sich zu einem radikalen Bekenntnis zueinander entschließen. Den Figuren in dem Stück gelingt dies nicht: „Wir haben so viel Angst davor, zu leiden, dass wir Entscheidungen treffen, unter denen wir noch mehr leiden“, beschreibt Etel Adnan im Gespräch nach der Aufführung das menschliche Grunddilemma, das hier dargestellt wird. Ebenso betont sie die Dringlichkeit der Entscheidung für die Liebe – eine Dringlichkeit, die symbolisiert wird durch eine dritte Figur, eine Sterbende, deren Ende Anlass für die Wiederbegegnung ist. „Wir leben so, als seien wir unsterblich“, hat Adnan im Hinblick auf den Umgang mit der Liebe beobachtet – und dieser Illusion den berührenden Appell ihres Stückes gegenübergestellt.

Ein zentrales Anliegen bei dem Text, dessen Figuren nur durch die Buchstaben A und B gekennzeichnet sind, war ihr die Universalität der Liebe: „Ich hatte mir vorgestellt, man könnte das Stück an drei Abenden hintereinander zeigen –einmal mit zwei Frauen, einmal mit zwei Männern und einmal mit einer Frau und einem Mann.“ Der junge Regisseur Mathias Hannus hatte für die Aufführung im Studio eine andere Lösung gefunden, die Adnan – die das Stück auf Englisch geschrieben und dann ins Französische übertragen hatte – ausdrücklich als „very beautiful“, sehr schön, lobte: Er tritt mit einem vierköpfigen Ensemble an und wechselt die Geschlechterkonstellationen während des Spiels.[…]

Etel Adnan nennt es „die Elektrizität zwischen den Schauspielern“, die in jeder Zusammenstellung spürbar anders gewesen sei. Man habe zeigen wollen, dass die Sätze zwar für alle Konstellationen passen, aber jeweils anders wirken, so Hannus. Etel Adnan störte sich nicht daran, dass sie als zwar mehrsprachige, aber des Deutschen nicht mächtige Zuschauerin die einzelnen Sätze nicht verstand. Das habe ihr Raum gegeben, die dahinterstehenden Emotionen deutlicher wahrzunehmen, sagte sie: „Sprache ist mehr als nur Information.“ […]

Irgendwann in der Nacht zum nächsten Mal am 3.1. im STUDIO

 

 

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