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Der Kohlhaas der Ragtime-Ära

Zur ersten Folge von Jazz & Literatur dieser Spielzeit las Ensemblemitglied Ronald Funke aus dem Roman "Ragtime" des amerikanischen Schriftstellers E. L. Doctorow, das Roman Rothen Trio spielte Musik aus der Ära der "amerikanischen Klassik", dem Vorläufer des Jazz. Im vollbesetzten MITTLEREN FOYER folgten die Zuschauer gebannt der Geschichte des schwarzen Musiker Coalhouse Walker Jr., dem von weißen Feuerwehrleuten sein Ford beschädigt wird und dessen Versuche, Gerechtigkeit zu bekommen scheitern. Coalhouse begibt sich daraufhin auf einen Rachefeldzug nach dem Vorbild von Kleists Novellle "Michael Kohlhaas", die Doctorows Roman von 1975 hier als Geschichte rassistischer Unterdrückung variiert. Zugleich ist "Ragtime" ein ironisch-versiertes Sittengemälde des Amerika des frühen 20. Jahrhunderts, das historische Persönlichkeiten wie Henry Ford und den Bankier J.P. Morgan ebenso auftreten lässt, wie die archetypische amerikanische Familie, die in den Fall Coalhouse Walker verwickelt wird.

Der Kontrabassist und Komponist Roman Rothen hat eigens für die besondere Musik der "Ragtime"-Ära ein Trio zusammengestellt, mit Leonie Gerlach, Solo-Bassklarinettistin der BADISCHEN STAATSSKAPELLE an der Klarinette und Bassklarinette und Frieder Egri, Pianist und ebenfalls Komponist für Stumm- und Tonfilme am Flügel. Sie spielten Eigenkompositionen Roman Rothens ebenso wie frühe Klassiker des Jazz von Scott Joplin oder James F. Hanley. Herzlicher Applaus für alle Beteiligten nach zwei Stunden Eintauchen in die Äre des "Ragtime".

 

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